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October 29, 2026

Microsoft 365: Ein Schalter entscheidet, ob Ihre Daten in der Schweiz bleiben

Am 14. Dezember 2026 wird in Microsoft 365 eine Einstellung wirksam, die viele Schweizer KMU noch nie gesehen haben. Sie heisst «Store Microsoft 365 customer data in-country» und entscheidet, ob Ihre...

Microsoft 365: Ein Schalter entscheidet, ob Ihre Daten in der Schweiz bleiben

Am 14. Dezember 2026 wird in Microsoft 365 eine Einstellung wirksam, die viele Schweizer KMU noch nie gesehen haben. Sie heisst «Store Microsoft 365 customer data in-country» und entscheidet, ob Ihre E-Mails, Dateien und Teams-Chats weiterhin in der Schweiz gespeichert werden. Bis dahin sind es noch 46 Tage.

Microsoft hat den Schalter am 14. September 2026 für Tenants in Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden und der Schweiz eingeführt. Steht er am 14. Dezember auf Aus, darf Microsoft die betroffenen Daten danach innerhalb der sogenannten EU-Datengrenze speichern und verschieben, also auch ausserhalb der Schweiz. Betroffen sind Exchange Online, SharePoint, OneDrive, Teams sowie Copilot und Copilot Chat. Fachmedien wie ad-hoc-news.de haben in dieser Woche erneut auf die Frist hingewiesen.

Was genau passiert

  • Neue Tenants: Laut Microsoft steht der Schalter bei Tenants, die nach dem 14. September 2026 erstellt wurden, standardmässig auf Aus.

  • Bestehende Tenants: Microsoft verweist auf die Meldung im Message Center (MC1470878). Dort steht, wie Ihr Tenant konkret eingestellt ist.

  • Nach der Frist: Wer den Schalter erst später einschaltet, bekommt die Daten zurück in die Schweiz. Laut Microsoft kann das aber rund sechs Monate dauern.

  • Kein Stichtag-Umzug: Microsoft betont, dass am 14. Dezember nicht alle Daten auf einmal verschoben werden. Es wird nur erlaubt.

Warum das ein KMU betrifft

Viele Schweizer KMU haben Microsoft 365 bewusst gewählt, weil die Daten seit einigen Jahren in Schweizer Rechenzentren liegen. Dieses Argument steht oft in Offerten, in Datenschutzerklärungen und in Antworten an Kunden, die fragen, wo ihre Unterlagen gespeichert sind.

Wenn niemand den Schalter prüft, stimmt diese Aussage ab Dezember vielleicht nicht mehr. Nicht weil jemand etwas falsch gemacht hat, sondern weil niemand etwas gemacht hat. Und in vielen kleinen Firmen gibt es schlicht niemanden, der regelmässig ins Message Center von Microsoft schaut.

Unsere Meinung

Schalten Sie ihn ein. Die Einstellung ist in wenigen Minuten erledigt, und es gibt für ein typisches Schweizer KMU kaum einen Grund, darauf zu verzichten.

Aber hier ist der Teil, über den selten jemand spricht: Der Schalter regelt, wo Ihre Daten liegen. Er regelt nicht, wer darauf zugreifen kann. Microsoft bleibt ein US-Unternehmen und untersteht damit auch dem US CLOUD Act, egal in welchem Land die Server stehen. Ein Rechenzentrum in Zürich oder Genf macht aus Microsoft 365 keine Schweizer Cloud.

Das ist kein Grund zur Panik und auch kein Grund, morgen alles umzubauen. Für die meisten E-Mails und Offerten ist Microsoft 365 eine vernünftige Lösung. Es ist aber ein guter Anlass, einmal ehrlich hinzuschauen, welche Daten wirklich heikel sind. Und für genau diese Daten zu entscheiden, ob sie nicht besser bei einem Anbieter liegen, der nur Schweizer Recht untersteht.

Und noch etwas: Dass Microsoft eine so wichtige Einstellung standardmässig auf Aus setzt und über das Message Center ankündigt, zeigt, wie Abhängigkeit funktioniert. Die Regeln ändern sich, und Sie müssen reagieren. Wer seine IT so aufbaut, dass er solche Entscheide selbst treffen kann, schläft ruhiger.

Was Sie diesen Monat tun können

  1. Den Schalter prüfen. Ein globaler Administrator öffnet im Microsoft 365 Admin Center: Einstellungen > Organisationseinstellungen > Organisationsprofil > Datenstandort. Dort finden Sie die Option «Store Microsoft 365 customer data in-country». Ist sie ausgegraut, lesen Sie die Meldung MC1470878 im Message Center und klären Sie es mit Ihrem IT-Partner oder dem Microsoft-Support.

  2. Den Entscheid festhalten. Notieren Sie Datum, Einstellung und wer es gemacht hat. Wenn ein Kunde, eine Revisionsstelle oder Ihre Versicherung nach dem Datenstandort fragt, haben Sie die Antwort schwarz auf weiss.

  3. Anfang Dezember nochmals kontrollieren. Ein zweiter Blick kurz vor dem 14. Dezember kostet fünf Minuten. Tragen Sie ihn jetzt in den Kalender ein.

  4. Heikle Daten auflisten. Personaldossiers, Gesundheitsdaten, Verträge, Kundendaten mit besonderer Vertraulichkeit. Eine einfache Liste reicht.

  5. Für diese Liste eine bewusste Entscheidung treffen. Bleibt es in Microsoft 365, oder gehört es auf einen Server in der Schweiz, der nicht einem US-Konzern gehört? Beides kann richtig sein. Falsch ist nur, es nie entschieden zu haben.

Wenn Sie Unterstützung möchten

Wir prüfen die Einstellung mit Ihnen, dokumentieren den Entscheid und schauen gemeinsam, welche Daten wo am besten aufgehoben sind. Wenn ein Teil davon auf einen Schweizer Server soll, begleiten wir auch die Migration, vor Ort in der Zentralschweiz oder per Fernzugriff.

Mehr dazu: Cloud- und Server-Migration. Oder rufen Sie uns an: 041 511 21 11.

Quellen: Microsoft Learn, Overview of Product Terms Data Residency; Microsoft Message Center MC1470878; Bericht auf ad-hoc-news.de vom 26. Oktober 2026.

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